Keine Kohle mehr

Wenn in Schwedens Stahlwerken die Hochöfen angehen und auf bis zu 1200 Grad aufheizen, geht es nicht nur dort heiß her: Durch den Koks, der bei der Stahlproduktion zum Einsatz kommt, entstehen große Mengen an CO2, jenem Stoff, der maßgeblich verantwortlich für die globale Erwärmung ist: Bei der Produktion von Eisen und Stahl wurden im Jahr 2016 allein in Schweden sechs Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. Damit ist dieser Industriezweig für mehr als 10 Prozent aller schwedischen CO2-Emissionen verantwortlich.

Geht es nach Vattenfall, soll sich das künftig ändern – und das Land bei der Erreichung der Pariser Klimaziele einen großen Schritt vorankommen: Gemeinsam mit Partnern beteiligt sich Vattenfall an dem Projekt HYBRIT (Hydrogen Breakthrough Ironmaking Technology), bei dem die Stahlproduktion nicht mehr mit Kohle, sondern mit Wasserstoff ermöglicht wird. Vattenfall und seine Partner präsentieren das Projekt HYBRIT auf der Hannover-Messe vom 1.4. bis 5.4. Schweden ist das diesjährige Partnerland der Hannover-Messe.

Wasser als Restprodukt

Gemeinsam mit dem schwedischen Stahlkonzern SSAB und dem Bergbaukonzern LKAB baut Vattenfall derzeit im nordschwedischen Luleå die weltweit erste Pilotanlage zur fossilfreien Stahlproduktion mit Hilfe von Wasserstoff. Der erste Spatenstich fand im Sommer statt. 2020 könnte das innovative Stahlwerk in Betrieb gehen.

Die Idee dahinter: Eisenerze enthalten Sauerstoff, der bei der Stahlproduktion entzogen werden muss (“Reduktion”). Anstelle von Kohle und Koks, die dafür in der Regel verwendet werden, kommt in dem neuen Stahlwerk Wasserstoff zum Einsatz, der mit Strom aus fossilfreien schwedischen Quellen erzeugt wird. In dem Prozess bleibt dann als Restprodukt statt CO2 nur Wasser zurück.

Wenn Wasserstoff in der Stahlproduktion zum Einsatz kommt, entsteht als Abfallprodukt Wasser statt CO₂.

„Vattenfall hat das Ziel, innerhalb einer Generation fossilfrei zu sein und seinen Kunden ein klimafreundliches Leben zu ermöglichen. Der Weg hin zu einer fossilfreien Stahlproduktion ist ein ganz entscheidender Beitrag, den wir an dieser Stelle leisten können. Der Einsatz unserer fossilfreien Energie zur Wasserstoffherstellung im industriellen Maßstab führt zu einem technologischen Wandel, der einen wesentlichen Einfluss auf die Klimaemissionen haben wird“, sagt Vattenfall-Präsident Magnus Hall. Bis 2035 will das Unternehmen den weltweit ersten industriellen Prozess zur fossilfreien Stahlherstellung aus Eisenerz etablieren.

Neben der Stahlindustrie untersucht Vattenfall weitere industrielle Prozesse, bei denen grüner Wasserstoff signifikant zu einer CO2-Reduktion beitragen kann. Dies betrifft unter anderem den Einsatz von Wasserstoff in Raffinerien, bei der Zementherstellung sowie zur Produktion von Grundstoffen in der chemischen Industrie. Auch in Berlin arbeitet Vattenfall dabei mit externen Partnern zusammen, um das Ziel einer fossilfreien Zukunft auch außerhalb der eigenen Energieproduktion zu forcieren. In einem aufregenden Projekt macht sich Vattenfall derzeit daran, das Speichern von Energie auf ein neues Level zu bringen…