Vom Underdog zum Aufstiegskandidaten

Mit Aufstiegen kennt sich Union aus, das haben die „Eisernen“ in mehr als 50 Jahren Vereinsgeschichte oft genug bewiesen. Doch auch Abstiege zählen regelmäßig zur Historie. Geboren ist so zwischendurch das Image einer Fahrtstuhlmannschaft. Doch nach dem Aufstieg 2009 ist alles anders: Union setzt sich in der 2. Bundesliga fest.

Zunächst gemächlich, mit einem 12. Platz am Ende der Saison 2009/10. Doch dann, ganz allmählich, geht es immer steiler bergauf. Mehrfach schließt Union als Siebtplatzierter ab, die Schlagzahl erhöht sich. Platz 6 und schließlich Platz 4 in der Saison 2016/17. Da hing der „Eisenklotz Aufstieg“ am Bein des Teams, hat der Songtexter Jan Böttcher im von ihm herausgegebenen Buch „Alles auf Rot“ gedichtet. Der Druck nimmt in den luftigen Höhen am oberen Tabellenende zu und von Aufstieg ist offiziell auch keine Rede.

Und doch: In den Augen vieler ist aus dem einstigen Underdog ist in den letzten Jahren ein Aufstiegskandidat geworden. „Der Aufstieg ist möglich“, meinte der Tagesspiegel 2016, Bald könnte es soweit sein“, glaubte der Spiegel 2017 und 2018 hielt die B.Z. fest: Union-Fans singen schon vom Aufstieg.

Union du wirst siegen, glaub an dich und es wird wahr / Die erste Bundesliga ist für uns zum greifen nah / Die Zeit ist nun gekommen, ihr werdet’s alle sehn / Der erste FC Union wird nun endlich oben stehn’“ hallt es noch immer von den Rängen im Stadion an der Alten Försterei. Und auch ein erfahrener Ex-Unioner wie Goran Markov sagt: „Ich bin überzeugt: Dieses Jahr sind sie fällig.“

Der Stoff aus dem die Träume sind

Für diese Zuversicht gibt es gute Gründe. Und die hängen auch mit den Trikots zusammen, dem Stoff, aus dem die Träume sind. Das Jahrzehnt in der 2. Bundesliga war von einer regelrechten Design-Vielfalt geprägt, inklusive Camouflage-Optik und gelb-orange-roten Mustern. Doch in dieser Saison ist Union wieder zum klassischen Design zurückgekehrt. 50 Jahre nach dem FDGB-Pokalsieg liefen die Pokalhelden Hartmut Felsch, Jürgen Stoppok und Rainer Ignaczak als Testimonials für das aktuelle Trikot auf. Wenn das kein gutes Omen ist …

Doch es kommt noch besser: In der kommenden Saison stattet ausgerechnet adidas die „Eisernen“ aus. Erstmal mit Schuhen, ab 2020 dann auch mit Trikots. Auch das kein schlechtes Vorzeichen, wie das „Neue Deutschland“ aufzeigte: Immerhin denkt die die Firma „nur noch ganz groß“, statte von ehemals 14 Bundesligisten heute nur noch Rekordmeister Bayern München aus und setze auch in Europa lediglich auf Spitzenteams von Real Madrid bis Juventus Turin.

Gut, daneben gibt es noch etwas handfestere Gründe. Zum Beispiel die gefestigte Mannschaft, ein machbares Restprogramm und eine ausgezeichnete Defensive, inklusive Schlussmann Rafal Gikiewicz. Dass Torhüter neben ihren bunten Trikots auch durch ihre außergewöhnlichen Leistungen hervorstechen, ist der Historie des 1. FC Union Berlin schließlich kein Einzelfall.

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Ein Kessel Buntes: Legendäre Momente im Torwart-Trikot von Union