Zukunft beginnt jetzt

Heute ist morgen schon gestern. Gerade in der Hauptstadt laufen Entwicklungen früher und schneller ab als anderswo. Da heißt es vorbereitet sein und sich jetzt schon auf die Bedürfnisse von morgen einstellen. Tom Hartung, Referent Neue Medien bei der S-Bahn Berlin, entwickelt Informationskonzepte für die Zukunft.

Tom Hartung: Die Fahrgäste noch besser informieren

Herr Hartung, Sie haben den neuen Internet-Auftritt der S-Bahn Berlin konzipiert (www.sbahn.berlin). Was macht Ihr Angebot zu etwas Besonderem?

Wir haben beispielsweise das Liniennetz interaktiv gestaltet. Diesen Service gibt es so nur bei uns. Gedacht ist er vor allem für Pendler: Sie sehen mit einem Klick auf „ihre“ Linie, ob es eine Baustelle gibt und mit welchen Verkehrsmitteln sie diese umfahren können.“

Linienpläne gibt es doch auch anderswo.

Aber nur in Form von PDF-Dateien. Unserer ist interaktiv. Und wir bilden die Umfahr-Empfehlungen grafisch ab, nicht als Text. So sind sie ganz leicht auf einen Blick zu verstehen. In den begleitenden Informationen zeigen wir außerdem den aktuellen Zustand aller Stationen an: Gibt es Fahrplanänderungen? Sind die Aufzüge intakt?“

Tom Hartung, Senior Referent und stellvertretender Leiter Fahrgastmarketing, Werbung, Neue Medien

Das Berliner Tarifsystem im Nahverkehr ist ziemlich komplex und schon für Berliner manchmal gar nicht so einfach. Touristen haben es erst recht schwer. Haben Sie die Informationen jetzt besser aufbereitet?

Ja. Wir bilden die gebündelten Informationen zu jedem Ticket mit einer eigenen Seite ab, zeigen den Gültigkeitsbereich und die jeweiligen Vorteile. Fragen, die auftauchen könnten, beantworten wir direkt auf der Seite. Der Nutzer fragt sich vielleicht „Darf ich meinen Hund mitnehmen?“ Ein Blick auf die Info: Ja, darf er. Und schon ist das Problem gelöst. Übrigens gibt es die Ticketinformationen auch auf Englisch.“

Ist der englischsprachige Service für Touristen gedacht?

Nicht nur. Es ziehen auch immer mehr englischsprachige Menschen zum Leben und Arbeiten nach Berlin. Und dieser Trend wird sich fortsetzen. Deshalb haben wir insgesamt über 300 Unterseiten unseres Internetauftritts auf Englisch übersetzt. Es sollen noch deutlich mehr werden. Ich garantiere Ihnen: Dieses umfassende Angebot finden Sie auf keiner anderen deutschen Nahverkehrsseite.“

Woran arbeiten Sie als Nächstes?

Wir wollen die Kunden immer schneller ins Bild setzen, damit sie bei Störungen ihren Fahrweg umplanen können und rechtzeitig am Ziel ankommen. So viel kann ich schon einmal verraten: Künftig sollen Kunden, vor allem Pendler, auf Wunsch bei Störungen automatisch informiert werden.“